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Grundlagen der OT-Sicherheitsschulung für OT-Betreiber

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OT-Sicherheitsschulung für OT-Betreiber
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Prayukth KV

Grundlagen der OT-Sicherheitsschulung für OT-Betreiber

Während fortschrittliche Erkennungstechnologien und mehrschichtige Abwehrmechanismen entscheidend sind, um OT zu sichern, bleibt die mächtigste erste Verteidigungslinie nach wie vor die Betreiber selbst. Der Graben zwischen OT-Infrastruktur und Bedrohungsakteuren ist oft nur so breit wie das Maß an OT-Sicherheitsbewusstsein und Sensibilität, das von OT-Teams und Personal aufrechterhalten wird. Nirgendwo ist dies wahrer als bei kritischer Infrastruktur.

Dennoch sind OT-Betreiber keineswegs traditionelle IT-Nutzer. Sie arbeiten in Umgebungen, in denen Betriebszeit ein unverhandelbarer Faktor ist, Sicherheit oberste Priorität hat und Altsysteme neben brandneuen digitalen Plattformen betrieben werden. Deshalb muss die OT-Sicherheitsschulung nativ, kontextuell, maßgeschneidert, immersiv und direkt an die Realitäten des Anlagenbetriebs angepasst sein. Alles andere wird für Ihr Sicherheitsteam keine Ergebnisse liefern.

Im heutigen Blogbeitrag erkunden wir die Grundlagen, die in die Gestaltung eines OT-Sicherheitsschulungsprogramms für Betreiber einfließen. Es werden Maßnahmen skizziert, die Sie initiieren können, um ein sicherheitsbewusstes Personal zu schaffen, Industriestandards zu integrieren, ein immersives Lernen zu ermöglichen, die Schulung an reale Bedrohungen anzupassen und das Lernen durch tägliche Praxis zu verstärken.

Bevor wir beginnen, vergessen Sie nicht, sich unseren letzten Blogbeitrag über „OT-Infrastrukturschutz in Energiesystemen“ anzusehen.

Lassen Sie uns mit dem heutigen Beitrag beginnen.

Die wesentlichen Elemente für die Schaffung eines sicherheitsbewussten OT-Personals

Der Aufbau eines cybersensibilisierten Personals geht nicht nur darum, OT-Betreiber zu Cybersicherheitsexperten zu machen, die alle Antworten haben. Vielmehr geht es darum, ihnen das richtige Maß an Bewusstsein, anwendbarem Gedächtnis, Instinkten und Selbstvertrauen zu geben, um OT-Sicherheitsrisiken zu erkennen und angemessen zu handeln, wenn eine Situation auftritt.

Mit dem Kontext beginnen und Fachjargon hinter sich lassen

Viele OT-Betreiber sind Ingenieure, Techniker oder Anlagenpersonal mit jahrelanger oder sogar jahrzehntelanger Betriebserfahrung. Viele Betreiber haben eine persönliche Bindung oder ein sehr hohes Maß an Relativität zu OT-Systemen, und das sollte als Stärke behandelt werden.

Sie müssen nicht wissen, wie Paketdurchsatzanalyse oder Verschlüsselungsalgorithmen funktionieren. Der Schwerpunkt der Schulung sollte stattdessen darauf liegen, was Cybersicherheit in ihrem spezifischen Umfeld bedeutet:

· Wie kann Malware Steuerungssysteme stören?

· Warum existieren Richtlinien für Wechseldatenträger?

· Wie kann unsichere Nutzung von Remote-Zugriff zu Ausfällen führen?

· Warum führen nicht alle abgeschotteten Systeme automatisch zu höchster OT-Sicherheit?

· Wie kann man einen Vorfall erkennen? Was ist eine interessante Anomalie?

· Wie sicherstellen, dass Schwachstellen innerhalb der Zeitvorgaben behoben werden?

Eine Kultur der Verantwortung, Rechenschaftspflicht und Eigenverantwortung aufbauen

OT-Betreiber sollten tiefverwurzelte Eigenverantwortung für Sicherheit empfinden, und nicht denken, es sei ein „IT-Problem“. Schulungen sollten verstärken, dass Sicherheitslücken zu Folgendem führen können:

· Sicherheitsvorfällen und Arbeitsunfällen.

· Regulatorischen Geldstrafen oder Betriebsunterbrechungen.

· Vertrauensverlust bei Kunden und Gemeinden.

· Verluste kontextualisieren. Es besteht keine Notwendigkeit, hier an der Colonial Pipeline zu erinnern. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, was ein Vorfall in der Anlage oder dem Werk der Person verursachen könnte.

· Demonstrieren, wie fehlende Eigenverantwortung Sicherheitslücken schaffen könnte

· Wozu können unbeaufsichtigte Bedrohungsflächen führen?

· Wozu kann eine falsche Konfiguration auf Netzebene führen?

Fokus auf praktische, tägliche Verhaltensweisen

Bewusstsein ist nur sinnvoll, wenn es in die tägliche Praxis umgesetzt wird. Die Sicherheitsschulung für OT-Betreiber muss wichtige Sicherheitspraktiken hervorheben, wie z.B.:

· Ungewöhnliche Alarme oder Steueranomalien identifizieren.

· Authentizität verifizieren, bevor Patches oder Updates angewendet werden.

· Verdächtige Aktivitäten ohne Verzögerung eskalieren.

· Rechtzeitig die Stimme erheben

· Sicherstellung der Umsetzung der nächsten Schritte über die Meldung hinaus

· Protokollierung von Anomalien und Untersuchungen

· Fehlersuche wo immer möglich

· Maßnahmen zur Incident-Response

Ziel ist es, sicheres Verhalten (wie ein Muskelgedächtnis) als Teil der routinemäßigen Betriebsabläufe zu normalisieren, ebenso wie Lockout/Tagout oder PSA als Standard-Sicherheitspraktiken gelten.

Einbindung von Normen und Vorschriften: IEC 62443, NERC CIP und NIS2

Jede wirksame OT-Sicherheitsschulung muss auf anerkannten Standards und Compliance-Rahmenwerken basieren. Dies gewährleistet nicht nur die regulatorische Ausrichtung, sondern bietet auch eine strukturierte Roadmap für das, was Betreiber wissen müssen. Dies verkürzt auch die Zeit zur Compliance und hilft, interne Praktiken auszurichten.

IEC 62443

IEC 62443 ist der weltweite Maßstab für industrielle Cybersicherheit. Für die Betrieberschulung umfassen relevante Elemente:

· Grundlegende Anforderungen (FRs): Zugriffskontrolle, Nutzungskontrolle, Datenintegrität und Reaktion auf Ereignisse.

· Sicherheitsstufen (SLs): Schulung der Betreiber, wie ihre Rolle die zugewiesene SL für ihre Zone oder Leitung unterstützt.

· Anforderungen des Sicherheitsprogramms: Vertrautheit mit Richtlinien zu Patching, Konten und Vorfallberichterstattung.

Betreiber müssen den vollständigen Standard nicht auswendig lernen, sollten aber verstehen, wie ihre Handlungen zur Compliance beitragen.

NERC CIP

Für Betreiber im Energiesektor ist NERC CIP nicht verhandelbar. Wichtige Schulungsschwerpunkte umfassen:

· CIP-004 (Personalschulung): Sicherstellung, dass Betreiber Zugangsbeschränkungen und Anforderungen zur Vorfallreaktion verstehen.

· CIP-005 (Elektronische Sicherheitsperimeter): Bewusstsein darüber, was sichere Perimeter ausmacht und wie Verbindungen zu handhaben sind.

· CIP-007 (System-Sicherheitsmanagement): Verstärkung von Patch-Management- und Malware-Schutzpraktiken.

Durch die Integration von CIP-Anforderungen in Schulungsmodule sind Betreiber nicht nur auf Sicherheitsbedrohungen, sondern auch auf regulatorische Prüfungen vorbereitet.

NIS2-Richtlinie

Für Betreiber in der EU gestaltet NIS2 die Sicherheit kritischer Infrastrukturen neu. Schulung sollte betonen:

· Vorfallsbericht: Betreiber müssen wissen, wie und wann sie Cybervorfälle innerhalb der festgelegten Zeitvorgaben eskalieren müssen.

· Risikomanagementpraktiken: Betreiber sollten erkennen, wie ihre tägliche Sicherheitshygiene zur Organisations-Compliance beiträgt.

· Sektorenspezifische Leitlinien: Anpassung der Schulung an den Sektor, ob Energie, Wasser, Transport oder Fertigung.

Durch das Zusammenführen dieser Standards wird OT-Sicherheitsschulung nicht nur zu einer Compliance-Übung, sondern zu einem praktischen Schutzschild gegen reale Risiken.

Ein hands-on und immersives Erlebnis bieten

Eines der größten Herausforderungen bei der OT-Sicherheitsschulung ist die Beibehaltung. Das Lesen von Richtlinien oder das Ansehen von Folien hat begrenzte Auswirkungen. Stattdessen sind immersive und praktische Schulungsmethoden nachweislich eindrucksvoller.

Simulierte cyber-physische Szenarien

· Angriffssimulationen: Demonstrieren, wie eine Phishing-E-Mail, die auf Zugriffsrechte abzielt, eine Turbine lahmlegen könnte.

· Vorfallreaktionsübungen: Betreiber durch ein simuliertes Ransomware-Ereignis auf einer SCADA-Workstation führen.

· Fachübergreifende Übungen: Kopplung von OT-Betreibern mit IT- und Cybersicherheitsteams zur Simulation koordinierter Reaktionen.

Diese Szenarien stärken das Selbstvertrauen, indem sie den Betreibern nicht nur zeigen, was passieren könnte, sondern auch, wie sie effektiv reagieren können.

Einsatz von digitalen Zwillingen und Testbeds

Das Training in einer Live-OT-Umgebung ist riskant, aber digitale Zwillinge oder OT-Labore bieten sichere Räume, in denen Betreiber üben können. Sie können:

· Erkunden, wie sich Konfigurationsänderungen auf Prozesse auswirken.

· Indikatoren für Kompromisse in einer kontrollierten Umgebung identifizieren.

· Eskalationsverfahren testen, ohne die Produktionsausfallzeiten zu riskieren.

Best Practices für den Erhalt

Betreiber verbinden oft eher mit realen Vorfällen als mit abstrakten Regeln. Fallstudien und reale Vorfälle, erzählt von den Personen selbst, können veranschaulichen, wie menschliche Fehler, Insider-Bedrohungen oder unzureichende Schulungen zu Angriffen beitrugen. Storytelling begünstigt das Behalten, sodass Lektionen haften bleiben.

Anpassung der Schulung an OT-Bedrohungen und Risikobewertungen

Kein Schulungsprogramm sollte isoliert existieren. Es sollte die tatsächliche Bedrohungslandschaft und Risikobewertungen der Anlage oder Einrichtung widerspiegeln.

Schulung an aktuelle Bedrohungen anpassen

Wenn Bewertungen zeigen, dass Phishing, USB-basierte Malware oder Lieferkettenkompromittierung die größten Risiken darstellen, sollten Schulungsmodule diese Bedrohungen priorisieren. Betreiber sollten lernen:

· Wie diese Risiken im Tagesgeschäft aussehen.

· Welche Warnsignale zu melden sind.

· Welche Schritte in den kritischen ersten Minuten zu unternehmen sind.

Risikoszenarien nach Zone integrieren

Mit dem Zonen- und Leitungssystem von IEC 62443 kann die Schulung angepasst werden:

· Unternehmenszone: Sicherer Umgang mit Fernzugriff.

· DMZ: Bewusstsein für datenzonenübergreifende Übertragungen.

· Kontrollzone: Erkennung von Anomalien im HMI/PLC-Verhalten.

Dies hilft Betreibern, die Schulung direkt mit ihrem Arbeitsbereich zu verknüpfen und somit Relevanz und Engagement zu erhöhen.

Bedrohungsupdates laufend machen

Die Bedrohungslandschaft entwickelt sich ständig. Vierteljährliche Mikro-Lerneinheiten, kurze Updates oder „Cybersicherheitsmomente“ während der Schichtübergaben garantieren, dass die Schulung mit neuen gegnerischen Taktiken oder sektorspezifischen Warnungen aktuell bleibt.

Nachbereitungsaufgaben: Sicherstellen der Anwendung der Schulung

Schulungen enden nicht, wenn der Unterricht oder das Simulationszentrum geschlossen wird. Ohne Verstärkung verlieren Lektionen an Wirkung. Die Einbettung von Nachbereitungsaufgaben stellt sicher, dass Wissen in gewohnheitsmäßiges sicheres Verhalten umgesetzt wird.

Sicherheits-Checklisten für Betreiber

Tägliche oder wöchentliche Checklisten können Betreiber daran erinnern:

· Sichere Logins zu überprüfen.

· Alarme auf ungewöhnliche Aktivitäten zu überwachen.

· Strikte Verfahren für Wechseldatenträger zu befolgen.

· Anomalien zu protokollieren und zu eskalieren.

· Die Nutzung persönlicher Hotspots zu vermeiden.

Checklisten sind praktische Werkzeuge, die abstrakte Lektionen in konkrete Aktionen verankern.

Paarlernen und -verstärkung

Operatoren zu ermutigen, kurze „Peer-to-Peer-Gespräche“ über Sicherheitsereignisse oder verdächtige Aktivitäten zu führen, fördert kollektive Verantwortlichkeit. Dieses Peer-Lernen hilft, Sicherheit als Teil der Kultur zu normalisieren.

Integration in Sicherheitsübungen

Da Sicherheitsübungen in OT-Umgebungen bereits routinemäßig durchgeführt werden, hält das Hinzufügen eines Cyber-Elements, wie beispielsweise das Üben manueller Abschaltungen während eines simulierten Ransomware-Angriffs, die Sicherheit im Fokus.

Managerielle Verstärkung

Vorgesetzte spielen eine entscheidende Rolle bei der Verstärkung der Schulung. Regelmäßige Einzelgespräche, kurze Quizfragen oder die Belohnung sicheren Verhaltens stärken das Wissensbehalten und reduzieren Nachlässigkeit.

Kontinuierliche Feedback-Schleifen

Betreiber sollten einfache Möglichkeiten haben, Herausforderungen oder Unsicherheiten zu melden, denen sie bei der Umsetzung der Schulung begegnen. Diese Feedback-Schleife stellt sicher, dass Schulungsprogramme sich mit den Realitäten auf dem Werksboden entwickeln.

Cybersicherheit in OT-Umgebungen geht nicht nur um Firewalls, abgegrenzte Systeme und Überwachungstools. Es geht um Menschen an vorderster Front, Betreiber, die Anlagen jeden Tag sicher und zuverlässig betreiben.

Effektive OT-Sicherheitsschulung beruht auf Grundlagen:

· Schaffung von Bewusstsein, das in betrieblichen Realitäten verankert ist.

· Ausrichtung auf globale Standards und spezifische Branchenvorschriften.

· Nutzung immersiver, praxisorientierter Methoden für ein tieferes Lernen.

· Anpassung der Schulung an tatsächliche Bedrohungen und Risiken.

· Verstärkung des Wissens durch Nachbereitungsaufgaben.

Wenn sie richtig durchgeführt wird, verwandelt die OT-Sicherheitsschulung Betreiber in wachsame Wächter der kritischen Infrastruktur. Sie stellt sicher, dass jede Handlung auf der Werksebene, von der Anmeldung an einem Computerarbeitsplatz bis zur Reaktion auf einen Alarm, mit einer Sicherheitsorientierung ausgeführt wird.

Indem Schulung in die DNA der OT-Operationen eingebettet wird, können Organisationen die Lücke zwischen menschlichem Verhalten und technischen Abwehrmechanismen schließen, wodurch ihre Anlagen und Standorte sicherer, widerstandsfähiger und bereit sind, der sich entwickelnden Cyber-Bedrohungslandschaft standzuhalten.

Verbinden Sie sich mit unseren OT-Sicherheitsschulungsexperten, um Ihre nächste Schulung zu planen 

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